Win a Gibson Guitarr
Love Electro Festival 2010
VALIENT THORR - Aus dem Inneren der Venus
Man kennt das: Autopanne auf dem Land, man klingelt an einer Haustür und verschrobene Dorfbewohner mit fettigen Haaren, schlechten Zähnen und irrem Blick bitten einen rein.
 
Zehn Minuten später hängt man in der benachbarten Scheune kopfüber am Fleischerhaken und muss zuschauen, wie die Freundin mit glühenden Hufeisen und rostigen Messern gefoltert wird. 

Valient Thorr aus North Carolina sehen aus wie solche Hausbesitzer. Wahlweise auch wie Hauptdarsteller aus einem Film von Rob Zombie.
 
Kannte die Band bisher nur von Erzählungen und Myspace. Hat mir eigentlich auch gereicht, weil ich Bands nicht mag, deren Biographie darauf aufgebaut ist, dass die Penner aus dem Inneren des Planeten Venus kommen. Niemand kommt von dort. Außer vielleicht Scarlett Johansson.
 
Und dann mal schnell eines Besseren belehrt werden. Zur Grundausstattung bei Valient Thorr gehört Vollbart, Jeans, Lust auf Headbangerei und ein bisschen turbojugendlicher Hype. Minus Bullshit sind Valient Thorr aber tatsächlich eine echte Bombe.

Sänger Valient Himself tänzelt, lässt die Wampe wackeln, schwitzt schlimmer als Zinedine Zidane, macht Liegestützen und zwischendrin brüllt er einem frontal ins Gesicht. Blitzsauberes und sympathisches Entertainment. Die Animationssprüche reichen schon fast an Danko Jones ran. Kurz: echte Rampensau.
 
Eidan Thorr und Voiden Thorr kniedeln sich an den Gitarren die Finger wund, Drummer Lucian Thorr haut rein wie blöd und Bassist – Achtung – Dr. Professor Nitewolf Strangees schlägt im Eifer des Gefechts fast ein Mädchen in der ersten Reihe k.o..
 
Die Typen machen keine Gefangenen und ziehen eine Show ab, die wirklich aus dem Inneren der Venus zu kommen scheint. Den Fans fliegen die zweistimmigen Gitarrenleads und kleine Hits wie “I Hope The Ghosts Of The Dead”,  “Mask Of Sanity” und “Exit Strategy” aber nur so um die Ohren. Wirbelstum.
 
“Zynische Abrechnung mit dem amerikanischen Traum” oder so würde da der Feuilleton schreiben.  Ist natürlich Blödsinn. Das ist Punkrock. Eins aufs Maul. Arsch versohlen. Musik, die auf der Couch kaum Spaß macht, live aber umso mehr. The Bronx treffen auf Metallica 1984, Iron Maiden, Black Flag, Motörhead und ungefilterten Wahnsinn. Energie pur, wie Batterien lutschen oder mit dem Föhn in die Wanne springen. Nur halt in sau sympathisch. Riesentypen.
 
Und weil’s nur recht so ist, füllt die Crew Valient Thorr noch auf der Bühne mit Schnaps ab. Haben die sich aber verdient. Jedes Gläschen.
 
 

Quelle: Konzertkritik Michael Setzer/ Kellerklub Stuttgart